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Individuals-at-Risk (IAR-Fälle)

(s. auch unter Mitmachen und Urgent Actions)
(Bei Interesse an der Übernahme eines Falls bitte Kontaktaufnahme mit Petra Schöning, ai2415@gmx.de )


Die israelischen IaR-Fälle (die palästinensischen finden sich unter dem Doppelstrich weiter unten):

Mordechai Vanunu (inzwischen freigelassen, aber der Fall ist leider noch nicht beendet):

Update 10.05.2016: Jüngste Anklagen gegen Whistleblower Mordechai Vanunu müssen fallengelassen werden!
Wie Amnesty International heute erklärte, sollten die israelischen Behörden die Anklagen fallenlassen, die dem Atom-Whistleblower Mordechai Vanunu am 8. Mai übergeben wurden, und alle Einschränkungen auf­heben, die derzeit noch gegen ihn verhängt sind. Diese jüngste Entwicklung ist beispielhaft für das Muster der Verfolgung, dem Mordechai Vanunu seit seiner Freilassung aus dem Gefängnis vor 12 Jahren ausgesetzt ist. Zuvor hatte er eine 18-jährige Freiheitsstrafe verbüßt, weil er im Jahr 1986 Informationen über Israels geheimes Atomwaffenarsenal preisgegeben hatte.
Am 8. Mai 2016 stellte das Bezirksgericht Jerusalem Mordechai Vanunu unter Anklage, weil er gegen die fortlaufenden massiven und willkürlichen Einschränkungen seiner Rechte auf Bewegungsfreiheit und freie Meinungsäußerung verstoßen haben soll. Die Anklage bezieht sich offenbar auf ein Treffen, das er vor drei Jahren mit zwei US-Bürgern hatte, außerdem auf ein Interview aus dem September 2015 mit Israels Sender Kanal 2, für das er noch im gleichen Monat bestraft wurde, und auf die Tatsache, dass er im selben Gebäude in eine andere Wohnung gezogen war, ohne die Polizei zu informieren.
Vollst. Artikel: Vanunu_Update 10.05.2016.pdf'''. S. auch das engl. Original: Drop latest charges against whistle-blower Mordechai Vanunu

Mordechai Vanunu (inzwischen freigelassen, aber der Fall ist leider noch nicht beendet.)
Update Juli 2014

Zur Kampagne für die Aufhebung von Mordechai Vanunus Reiseverbot haben wir Anfang Juli folgende E-Mail vom Internationalen AI-Sekretariat in London erhalten:
Nach der Veranstaltung in der letzten Woche zum Schutz von Whistleblowern, zu der Mordechai Vanunu eingeladen worden war, aber (nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts in letzter Minute) nicht teilnehmen konnte, bitten wir, sich an einigen einfachen Aktionen zu beteiligen.
Schickt Twitter-Nachrichten an Gideon Saar, den israelischen Innenminister sinngemäß mit dem Inhalt „Heben Sie das Reiseverbot auf: Vanunu hat seine Zeit abgesessen und muss nun sein Recht erhalten“, „Stoppen Sie die Rachekampagne gegen Mordechai Vanunu: Heben Sie sein Reiseverbot auf.“
Ihr könnt dem Minister Twitter-Nachrichten schicken unter .@gidonsaar.
• Die Online-Petition, die zur Aufhebung von Vanunus Reiseverbot aufruft (http://www.amnesty.org/en/appeals-for-action/whistleblower-protection, nun mit einem neuen Foto), hat nur 462 Unterschriften erbracht, und wir hätten gerne mindestens 2.000. Bitte unterzeichnet und verbreitet sie so weit wie möglich.
Verbreitet den Bericht und das Video der Frontline Veranstaltung „Schutz von Whistleblowers“ (siehe mehr dazu am Ende dieser E-Mail): http://www.frontlineclub.com/protecting-whistleblowers/ and http://www.frontlineclub.com/protecting-whistleblowers-the-people-always-have-a-right-to-know/.
Lenkt die Aufmerksamkeit  der Medien in eurem Land auf die Online-Petition, die Twitter-Kampagne und die Frontline Veranstaltung.
Schreibt weiter an die israelischen Behörden und bittet eindringlich darum, dass sie Mordechai Vanunu das Reisen erlauben, insbesondere den Innenminister und den Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein (siehe Adressen unten).

Kurzes Update zu den Veranstaltungen am 17. Juni 2014
Einladung in das Parlament
Diese Veranstaltung, die von dem Parlamentarier und langjährigen Unterstützer von Mordechai Vanunu, Jeremy Corbyn, geleitet wurde und Reden von Avigdor Feldman (Vanunus Anwalt) und dem ehemaligen Sunday Times Journalisten Peter Hounam einschloss, brachte verschiedene Ideen zur Unterstützung von Vanunus Fall. Zum Beispiel sagte Jeremy Corbyn, dass er einen weiteren Brief von Parlamentsmitgliedern zur Unterstützung der Kampagne zur Aufhebung von Mordechai Vanunus Reiseverbot auf den Weg bringen würde. Avigdor Feldman sagte dem AI Team Israel/ Besetzte Gebiete/ Palästinensische Autonomiegebiete, dass er dabei ist, uns weitere Ideen zur Bekanntmachung des Falles in der Öffentlichkeit zuzusenden, über die wir Euch auf dem Laufenden halten werden. Es gab andere Ideen, die wir für die Zukunft analysieren werden, um nicht die Dynamik zu verlieren, die sich angesammelt hat.
Die Whistleblower-Veranstaltung bei Frontline
Wir haben den Eindruck, dass diese Veranstaltung, die die Ähnlichkeiten mit aktuellen Fällen herausstellte, die weiterhin die Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen wie Snowden und Manning, einen Impuls gegeben hat, um Menschen dazu zu bringen, über Vanunus Fall nachzudenken und sie – hoffentlich - mehr in Richtung allgemeinen Aktivismus zu bringen (nicht nur von AI aus). Die Referenten waren sehr interessant, und wir laden Euch ein, die Veranstaltung anzuschauen (siehe Link oben).
Adressaten für die Appelle:
Yehuda Weinstein, Attorney-General, Ministry of Justice\, 29 Salah al-Din Street, Jerusalem 91010, Israel, Fax: 00972 2 530 3367, 00972 2 627 4481, 00972 2 628 5438, Email: lishkat-yoetz@justice.gov.il
Gideon Sa'ar, Minister of Interior, Ministry of Interior, 2 Kaplan Street, Jerusalem/Israel, Fax: 00972 2 670 1628, 00972 2 666 2909, 00972-2-6701628, 00972 2 649 6578, E-mail: sar@moin.gov.il, gsaar@knesset.gov.il.

Update 18. Juni 2014
Gestern (17.06.) hat das Oberste Israelische Gericht seine Entscheidung veröffentlicht, Mordechai Vanunus Antrag auf Aufhebung seiner Reisebeschränkungen abzulehnen, die ihm ermöglicht hätte, nach London zu reisen und an Veranstaltungen gestern und heute teilzunehmen. Hier kann man sich die Veranstaltung gestern Abend im Frontline Club (zum Schutz von Whistle Blowern) anschauen: Protecting Whistleblowers.
Die Parlamentsveranstaltung heute Abend Joint invitation to an evening of discussion with Mordechai Vanunu wird traurigerweise ohne Mordechai Vanunu stattfinden. Sein Rechtsanwalt Avigdor Feldman wird eine Rede halten und genauso Peter Hounam, der ehemalige Sunday Times Journalist, der Mordechai Vanunus Enthüllungen 1986 veröffentlichte, sowie das Parlamentsmitglied Jeremy Corbyn. Wir werden ebenfalls Auszüge eines BBC Films zeigen, in dem Mordechai Vanunu nach seiner Freilassung interviewt wurde.
Hier eine Internet-Petition, die das israelische Innenministerium auffordert, Mordechai Vanunus Reiseverbot sofort aufzuheben. Bitte unterschreibt, stellt sie auf Eure Website und verbreitet sie soweit wie Ihr könnt: Help lift the ban on travel for Israeli whistle-blower Mordechai Vanunu!

Update 17. Juni 2014: ‘Böswilliges’ Reiseverbot gegenüber atomaren Whistle-Blower muss aufgehoben werden.
Die Weigerung des Obersten Israelischen Gerichts, dem Whistle Blower Mordechai Vanunu die Reise in das Ausland zu erlauben, ist ein unentschuldbarer Versuch, ihn weiterhin zu bestrafen für etwas, was er vor fast 30 Jahren getan hat, sagte Amnesty International.
Das Gericht veröffentlichte seine Entscheidung zur selben Zeit als Mordechai Vanunu erwartete, zu Veranstaltungen zu reisen, zu denen er in Großbritannien eingeladen worden war.
Näheres s.: Vanunu_Update 17.06.2014.pdf. S. auch das engl. Original: ‘Malicious’ travel ban on nuclear whistle-blower must be lifted

Update 21. Mai 2014: Oberster Gerichtshof muss 'absurdes' Reiseverbot gegen Nuklear-Whistleblower aufheben.
Die Weigerung der israelischen Regierung, dem Whistleblower Mordechai Vanunu, der im Jahr 1986 Einzelheiten über das Atomwaffenarsenal des Landes an die internationalen Medien weitergegeben hatte, zu erlauben, das Land auch nur für drei Tage zu verlassen, um in der nächsten Woche an verschiedenen Veranstaltungen in Großbritannien teilzuneh­men, ist nach Aussage Amnesty Internationals vollkommen ungerechtfertigt.
Vollst. Bericht: Pressemitteilung vom 05.06.2014.pdf. Verbindlich ist das englische Original: Supreme Court must overturn ‘absurd’ travel ban on nuclear whistleblower

Update 21. Mai 2014: Erlauben Sie Mordechai Vanunu zu Ver­anstaltungen über den Schutz von Whistleblowern zu reisen
Während seine Anwälte in dieser Woche eine Eingabe an den Obersten Israelischen Gerichtshof vorbereiten, fordert Amnesty International die israelischen Behörden auf, das Reiseverbot gegen Nuklear-Whistleblower Mordechai Vanunu aufzuheben, so dass er Israel im Juni verlassen und in Großbritannien an mehreren Veranstaltungen über den Schutz von Whistleblowern teilnehmen kann.
Vollst. Bericht mit weiteren Links: Bericht_Vanunu 21.05.2014.pdf.

Update April 2014 (s. auch: Lift ‘ludicrous’ restrictions on whistleblower Vanunu decade after release sowie: Protecting Whistleblowers:
Kampagne für Mordechai Vanunu, dass er den Einladungen folgen kann, vor dem britischen Parlament, um auf einer Veranstaltung im Frontline Club in London über die Notwendigkeit des Schutzes von Whistleblowern zu sprechen

53 britische Parlamentarier haben Mordechai Vanunu letzte Woche zu einer Reise nach London eingeladen, um am 18. Juni 2014 von 18:00 Uhr bis 19:15 Uhr zu den Mitgliedern des britischen Parlamentes über seine Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte zu sprechen.
Mordechai Vanunus Anwalt Avigdor Feldman wird ebenfalls anwesend sein. Zusätzlich wird der Frontline Club in London einer von Amnesty International organisierten Veranstaltung zum Schutz von Whistleblowern Raum geben, bei der sechs Experten auf dem Podium sitzen werden, darunter Mordechai Vanunu (oder sein Anwalt, falls Mordechai Vananu nicht in der Lage sein sollte zu kommen).
Zu den weiteren Teilnehmern des Podiums zählen:
Frank La Rue, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen zur Förderung und zum Schutz der Rechte auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung;
Peter Hounam, der bbritische Enthüllungsjournalist, der Vananus Geschichte über die internen Vorgänge in der israelischen Nuklearanlage Dimona nachgegangen war und Vanunus Enthüllungen im Jahr 1986 veröffentlicht hatte;
Kathleen McClellan - sie arbeitet als Beraterin in den Bereichen Nationale Sicherheit und Menschenrechte für das US Government Accountability Project (GAP); GAP ist eine führende non-profit Organisation zum Schutz und für die Beratung von Whistleblowern, die sich jetzt auch für Edward Snowden einsetzt;
Nancy Hollander, die führende Rechtsberaterin im Berufungsverfahren von Chelsea Manning, sowie Oberstleutnant Hochwürden Nicolas Mercer, der frühere Rechtsberater der britischen Armee im Irak, der die Informationen über die britische Komplizenschaft bei der Misshandlung von Gefangenen offengelegt hatte.
Umfassende Informationen zu dieser Veranstaltung und den fürs Podium eingeladenen Gästen finden sich (auf Englisch) unter http://www.frontlineclub.com/protecting-whistleblowers.

Obwohl entsprechende Vorkehrungen getroffen wurden, falls Vanunu das Land nicht verlassen darf, stellt dies eine erstrangige Gelegenheit dar, zur Sicherung seiner Freiheit beizutragen und von ihm selbst zu hören, was er zu sagen hat. Auch wenn ihm die Reise nicht erlaubt werden sollte, hoffen wir, dass dieses Mal der Druck, der auf die Behörden ausgeübt wird, sie in einer Weise beschämt, dass sie ihre Umgehensweise mit Vanunu verändern und/oder dessen Einschränkungen in naher Zukunft aufheben. (Vanunus Anwalt Avigdor Feldman hat zugestimmt, über Vanunus Fall zu sprechen, falls dieser verhindert sein sollte).

Update zum Fall Vanunu und was wir zu seiner Unterstützung tun können:
Wie ihr wisst, steht diesen Monat die Erneuerung der Einschränkungen für Mordechai Vanunu an. In der Zwischenzeit ließen das Innenministerium und das Militär gegenüber seinen Anwälten durchblicken, dass sie planen, diese Einschränkungen aufrecht zu erhalten. Die Anwälte werden dagegen in den kommenden Tage Widerspruch vor dem Obersten Gerichtshof einlegen. Dabei werden sie die Einladungen zu den beiden Veranstaltungen dafür nutzen, die Tatsache zu vermitteln, dass hierfür nicht der geringste Anlass besteht. Wir hoffen, dass die Veranstaltungen und die Aufmerksamkeit, die sie für Vanunus Fall in den Medien erzielen werden, den israelischen Staat und den Gerichtshof so weit beschämen, dass sie mit diesem Fall in einer vernünftigen Weise umgehen! Und wir hoffen, dass Vanunu in der Lage sein wird, an beiden Veranstaltungen teilzunehmen.
Wir werden in den kommenden Tagen noch eine Öffentliche Stellungnahme herausgeben und die Behörden dringend auffordern, den Einschränkungen ein Ende zu setzen und Vanunu zu erlauben, im Juni nach Großbritannien zu reisen. Die britische und die israelische Sektion von Amnesty International werden zusätzlich noch eigene Pressemitteilungen zu diesem Thema veröffentlichen und in ihren nationalen Medien verbreiten. Vanunus Anwalt wird sich auf Anfrage für Interviews mit den Medien bereithalten.

Was ihr tun könnt, um Vanunus Reise nach London nach Möglichkeit sicherzustellen:
- Sorgt dafür, dass in euren nationalen und lokalen Medien darüber berichtet wird und informiert Journalisten darüber, dass wir Interviews mit Vanunus Anwälten und anderen Personen, zum Beispiel mit Peter Hounam (dem Sunday Times Journalisten, der Vanunus Enthüllungen im Jahr 1986 veröffentlichte), sowie mit weiteren Teilnehmern des Podiums arrangieren können.
- Macht die beiden Veranstaltungen über Twitter, Facebook und andere soziale Medien (auch unter Einbeziehung unserer Öffenlichen Stellungnahme und der jüngsten NEWS, hier leider nur die englische Version, zum Thema bei eurer Mitgliedschaft (und darüber hinaus) bekannt.
- Stellt diesen Fall öffentlich gegenüber eurer nationalen Regierung dar und fordert diese mit Dringlichkeit auf, mit ihren israelischen Amtskollegen darüber zu sprechen, oder redet mit Abgeordneten und Parlamentarieren darüber und bittet sie, die Angelegenheit den zuständigen Ministern zur Kenntnis zu bringen, so dass auch diese das Thema dringend gegenüber ihren israelischen Amtskollegen angsprechen. Erklärt ihnen - im Zusammenhang mit Vanunus 18-jähriger Haftstrafte und den darauffolgenden zehn Jahren schwerer und ungerechtfertigter Einschränkungen, dass die Position von Amnesty International gegenüber Nuklearwaffen wie folgt aussieht: ICM (Beschluss 14, Nuklearwaffen) "legt fest, dass Amnesty International den Einsatz, den Besitz, die Herstellung und den Transfer von Nukuelarwaffen angesichts der unterschiedslosen Natur der Wirkung dieser Waffen ablehnt."
- Schreibt an die israelischen Behörden und drängt sie, Vanunu die Reise zu diesen Veranstaltungen zu erlauben.
- Stellt Online-Petitionen zur Unterstützung der Forderung auf, dass Vanunus Restriktionen unverzüglich aufgehoben werden, und dass ihm die Zeit gegeben wird, an diesen beiden Veranstaltungen teilzunehmen.

Update Dezember 2013:
Die Einschränkungen, die das Innenministerium Mordechai Vanunu auferlegt hat einschließlich des Verbots Israel zu verlassen, wurden durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Jerusalem am 29. Dezember 2013 bestätigt nachdem sein Rechtsanwalt Beschwerde eingelegt hatte. Die Einschränkungen, die für ein Jahr verhängt wurden und regelmäßig seit seiner Haftentlassung am 21. April 2004 erneuert werden, werden Ende Mai 2014 auslaufen.
Mordechai Vanunu sagte Amnesty International am 9. Dezember 2013, dass er seine Tage mit langen Spaziergängen durch Jerusalem verbrachte und vorsichtig war, in den Grenzen zu bleiben, in denen ihm erlaubt ist, sich zu bewegen. Das bedeutet, dass er die Nähe von Konsulaten und Kontrollpunkten an den von Israel annektierten Stadtgrenzen meidet. Er spricht mit Ausländern, wenn immer er sie trifft, weil, wenn es dies nicht tun würde, von den Menschen isoliert wäre. Es wäre genauso wie im Gefängnis“. Wenn er auf der Straße an Israelis vorbei geht, hört er manchmal Beschimpfungen wie „Verräter“. Einmal wurde er von drei bedrohlichen Jugendlichen gejagt. Palästinenser in Ost-Jerusalem hupen oder strecken den Daumen nach oben, wenn sie an ihm vorbei kommen. Er möchte Israel verlassen und sein Leben neu beginnen, das zum Stillstand gekommen ist, als er im September 1986 aus Rom entführt wurde.

Update 26.6.2013 von Amnesty International:
Mordechai Vanunu wird in wachsendem Maße von der Polizei schikaniert, weil er sich mit Ausländern (nicht-israelischen Staatsbürgern) getroffen hat, was ihm untersagt ist gemäß den Einschränkungen, die die israelischen Behörden gegen ihn verhängt haben. Diese verletzen sein Recht auf Versammlungsfreiheit.
Am 24. März 2013 wurde er zur Polizeistation in Jerusalem geladen, um zwei Beamte der Israelischen Sicherheitsagentur (Israel Security Agency (ISA), auch bekannt als Shin Bet oder Shabak) zu treffen, die ihn davor warnten, das Verbot, Ausländer zu treffen, zu missachten. Da diese Einschränkung willkürlich ist und seine Menschenrechte verletzt, entscheidet Mordechai Vanunu häufig, dieses Verbot zu missachten. Am 21. April nahm die Polizei ihn bei einem Treffen mit einigen Ausländern in einem Restaurant in Ost-Jerusalem fest. Er wurde für einige Stunden befragt. Am 5. Mai traf er wieder einige Ausländer in einem Restaurant und sowohl er als auch seine Gäste wurden kontrolliert. Am 23. Juni wurde er zur Polizeistation geladen, um zum Treffen am 5. Mai befragt zu werden. Er trifft sich weiterhin mit Ausländern. Die ISA hat nicht präzisiert, dass ihm verboten ist, Journalisten oder Menschenrechtsaktivisten zu treffen, sondern dehnt es auf alle Ausländer aus.
Bitte fordert die israelischen Behörden auf, die Einschränkungen gegen Mordechai Vanunus Aktivitäten vollständig aufzuheben und in der Zwischenzeit die Schikanierungen einzustellen, wenn er sich mit Ausländern trifft.

Hier das englische Original:
Mordechai Vanunu has been increasingly harassed by the police because he has been meeting with foreigners (non-Israeli nationals), which he is prohibited from doing according to the restrictions the Israeli authorities impose on him, which violate his right to freedom of assembly.
On 24 March 2013 he was summoned to the police station in Jerusalem to meet two officers of the Israel Security Agency (ISA, known as Shin Bet or Shabak) who warned him against violating the ban on meeting with foreigners. Since this restriction is arbitrary, and violates his human rights, Mordechai Vanunu often chooses to act in defiance of the ban. On 21 April the police detained him at a meeting he was holding with a couple of foreigners in a restaurant in East Jerusalem. He was questioned for several hours. On 5 May he again met several foreigners at a restaurant and was inspected by the police as well as his guests. On 23 June he was summoned to the police station to be questioned about the meeting on 5 May. He continues to meet with foreigners. The ISA has not specified that he is banned from meeting with journalists or human rights activists, but rather extend it to all foreign nationals.
Please call on the Israeli authorities to lift the restrictions on Mordechai

Vorgeschichte s. hier: (Weitere Links s. unten)
Mordechai Vanunu
ist ein Atomkraftgegner, der aus Gewissensgründen Informationen über das israelische Atomprogramm an die Öffentlichkeit gebracht hat. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er sich weigerte, sich an die willkürlichen Einschränkungen zu halten, die ihm vom israelischen Militär auferlegt wurden. Nach Abbüßung einer 18-jährigen Haftstrafe wegen Aufdeckung von Details des israelischen Atomprogramms wurde er 2004 freigelassen. Seitdem sind ihm die Kommunikation mit Ausländern und das Verlassen des Landes verboten. Diese Einschränkungen verletzen Mordechai Vanunus Menschenrechte, insbesondere sein Recht auf Meinungs-, Verbindungs- und Bewegungsfreiheit. Er ist gegenwärtig gegen Kaution freigelassen bei schwebendem Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung und Strafe.
Mordechai Vanunu wurde am 28. Dezember 2009 verhaftet unter dem Verdacht Kontakt mit einer Ausländerin zu haben. Dies ist eine der Handlungen, die die israelische Armee Mordechai Vanunu seit seiner Freilassung aus dem Gefängnis im April 2004 verboten hat. Am 29. Dezember wurde er aus der Haft wieder entlassen und hatte drei Tage Hausarrest mit schwebender Anklage gegen ihn. Mordechai Vanunus Anwalt erklärte, dass der verbotene Kontakt eine Liebesbeziehung sei. Anstelle einer Anklage wurde Mordechai Vanunus Hausarrest aufgehoben mit der Bedingung, dass jeder zukünftige Kontakt mit der Frau, die er getroffen hatte, durch die Polizei abgesegnet werden muss. Die Frau wurde für eine Polizeibefragung vorgeladen. Die beiden haben sich seitdem nicht wieder persönlich getroffen. Mordechai Vanunu lebt in Armut in einem Wohnheim in Ost-Jerusalem.
Update von Mai 2010 aus London:
Seit dem 23. Mai 2010, 10 Uhr morgens, ist Mordechai Vanunu wieder in Haft. Er ist ein gewaltloser politischer Gefangener. Wir haben Zustimmung für Aktionen an allen Fronten. Tatsächlich wurden wir von seinen Freunden und seiner Familie darum gebeten, diese Kampagne auf eine internationale Ebene zu heben.
Mordechai Vanunu hat sich am 23. Mai 2010 um 10 Uhr beim Jerusalemer Bezirksgericht gemeldet, wie dies die Entscheidung des Obersten Gerichts am 9. Mai 2010 angeordnet hat, um den Behörden zu ermöglichen, die dreimonatige Haft zu vollstrecken. (Bitte beachtet, dass der 9. Mai das richtige Datum der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes ist und nicht der 12. Mai, wie zuvor berichtet. Am 12. Mai wurde Mordechai Vanunu über die Entscheidung informiert.) Sein offizielles Freilassungsdatum ist der 22. August 2010, aber sein Rechtsanwalt hofft, dass er ein wenig früher freigelassen werden könnte.
Meir Vanunu, Mordechai Vanunus Bruder, erzählte Amnesty International am 24. Mai 2010: „Es ist traumatisch für Mordechai, zurückzukehren zu den Bedingungen, unter denen er 18 Jahre lang im Gefängnis festgehalten wurde. Wir machen uns Sorgen um die Auswirkungen, die dies auf seine Gesundheit haben wird. Wo die Regierungen dieser Welt versagt haben, Maßnahmen zu ergreifen und sie sich so mitschuldig gemacht haben beim Komplott des Schweigens um Israels Atomspiele, brauchen wir den Aktivismus der Einzelnen zur Verstärkung der Kampagne für atomare Abrüstung und für Mordechais Freiheit. Vielen Dank an die Mitarbeiter und Aktivisten von Amnesty International für die Wiederaufnahme dieser Kampagne, die Peter Benenson selbst unterstützt hatte. Nun ist es Zeit für Mordechais Freiheit. Er hätte überhaupt nie in diese Situation gebracht werden sollen vor 24 Jahren.
Update Ende Juni 2010:
Mordechai Vanunu wird unter harten Bedingungen in Einzelhaft im Ayalon-Gefängnis Nähe Ramle in Zentral-Israel festgehalten, in einer Spezialabteilung für gefährliche Gefangene. Die Gefangenenbehörden entschieden, ihn dort hinzubringen, um ihn vor Angriffen von anderen Mitgefangenen zu schützen. Die harten Bedingungen bedeuten, dass er seine Zelle nur einmal täglich verlassen kann, um im Gefängnishof zu laufen. Er kann keine Telefongespräche führen, ohne der Anstaltsbehörde Auskünfte über die Person zu geben, die er sprechen möchte - etwas, das er prinzipiell verweigert. Das Resultat ist, dass er mit Freunden oder seiner Familie seit seiner Inhaftierung keinen Kontakt hat, wenngleich ein solcher Kontakt nach israelischen Haftbedingungen sein Recht ist.
Mordechai Vanunus Anwalt konnte ihn am 6. Juni 2010 besuchen. Er erzählte Amnesty International, dass Mordechai Vanunu darunter leide, dass man ihn in Isolationshaft gebracht habe und dass seine Anwälte daran arbeiteten, dass er einer Einheit überstellt würde, wo er sicher und getrennt von jedem sei, der ihn verletzen wolle und die Bedingungen gelockert seien.
Der Anwalt sagte: "Vanunu sollte nicht den Preis für die Feindseligkeit anderer ihm gegenüber bezahlen.”
Mordechai Vanunu befand sich zuvor 11 Jahre, von 1986 an, in Einzelhaft - unter Bedingungen, die Amnesty International seinerzeit als grausame, unmenschliche oder menschenunwürdige Behandlung bezeichnete (s.http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE15/046/1991/en).
Bitte setzt euch für Mordechai Vanunus sofortige und bedingungslose Freilassung ein. Ihr könnt euch mit Organisationen in Verbindung setzen, die gegen Atomkraft kämpfen und mit Mordechai Vanunus Fall sympathisieren werden. (Wenn ihr mit solchen Organisationen zusammenarbeitet, stellt bitte sicher, dass der Fokus der Kampagne auf Mordechai Vanunus Freilassung gerichtet ist und nicht auf die Atompolitik von Israel oder anderen Staaten.) Ihr könnt versuchen, Prominente anzuwerben, sich an der Kampagne zu beteiligen. Bitte wendet euch an Politiker in eurem Wahlkreis mit der Bitte, sich für Mordechai Vanunus Freilassung einzusetzen.
Langfristig ist das Ziel der Kampagne, dass die willkürlichen Beschränkungen von Mordechai Vanunus Aktivitäten aufgehoben werden und ihm erlaubt wird, zu reisen, was sein Wunsch ist. Dafür ist unsere empfohlene Strategie, daran zu arbeiten, dass er eine Einladung bekommt, um ins Ausland reisen zu können, zum Beispiel, um einen öffentlichen Vortrag über nukleare Abrüstung zu halten. Falls die israelischen Behörden ihm die Ausreise verweigern, kann AI gegen das Reiseverbot protestieren und die Organisatoren des Vortrags bitten, das Gleiche zu tun. Je offizieller die Organisatoren, desto mehr Gewicht dürfte dem Protest beigemessen werden – deshalb könnte es hilfreich sein, zu versuchen, eine Einladung für ihn zu arrangieren, um in Dänemark, Schweden, Norwegen, Irland oder anderen Ländern zu sprechen. Andere Einladungen sind natürlich auch wichtig, zum Beispiel zu internationalen Konferenzen mit anderen ähnlichen Themen, wie z. B. freie Meinungsäußerung, Bewegungsfreiheit etc.
Update August 2010:
Mordechai Vanunu wurde am 8. August 2010 freigelassen! Fordern Sie aber weiterhin die Aufhebung der gegen ihn verfügten Einschränkungen.

Update 11.10.2010:
Im Anschluss an seine Entlassung aus dem Gefängnis vor über sechs Jahren wurden über den Nukleartechniker Mordechai Vanunu, der die atomare Bewaffnung Israels aufdeckte, diverse Restriktionen verhängt. Da der Oberste Israelische Gerichtshof heute die Verhandlung dieser immer noch fortlaufenden Einschränkungen aufnimmt, betont Amnesty International erneut seine Position, dass die Beschränkungen willkürlich sind und aufgehoben werden müssen.
Die im Namen Vanunus von seinen Anwälten eingereichte Petition fordert von den israelischen Behörden, die verhängten Einschränkungen, unter anderem ein Ausreiseverbot und das Verbot mit Ausländern zu kommunizieren, aufzuheben. Der Oberste Gerichtshof, der hier in seiner Eigenschaft als Oberstes Zivilgericht zusammentritt, ist nun im Begriff, über die Petition zu entscheiden. Es ist bereits das fünfte Mal, dass eine solche Anfrage an den Obersten Gerichtshof gestellt wurde. Alle vorherigen sind ohne Erfolg geblieben. Im Jahr 1986 hatte Mordechai Vanunu, damals Techniker an der israelischen Nuklearanlage nahe der südlichen Stadt Dimona, gegenüber dem britischen Nachrichtenblatt The Sunday Times Einzelheiten über das Atomwaffenarsenal des Landes enthüllt. Am 30. September 1986 wurde er von Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad aus Italien entführt und heimlich nach Israel gebracht. Dort stellte man ihn vor Gericht und verurteilte ihn wegen Landesverrats und einem schweren Fall von Spionage zu 18 Jahren Haft. Die ersten elf Jahre dieser Strafe verbrachte Mordechai Vanunu in Isolationshaft.
Seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis im April 2004 ist er unter Bedingungen einer drakonischen Militärverordnung, die alle sechs Monate erneuert wird, einer polizeilichen Überwachung unterstellt. Laut dieser Verordnung darf er das Land nicht verlassen, keine ausländischen Botschaften aufsuchen und – noch weiter reichend – keinerlei Kommunikation mit Ausländern einschließlich ausländischer Journalisten aufnehmen. Des Weiteren muss er die Behörden informieren, wenn er seinen Wohnort wechseln möchte. Amnesty International vertritt die Auffassung, dass diese Einschränkungen willkürlich sind und dem internationalen Recht, insbesondere dem Internationalen Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte (ICCPR), den Israel ratifiziert hat, zuwiderlaufen. Die Organisation hat die israelischen Behörden wiederholt dazu aufgerufen, Mordechai Vanunu zu erlauben, das Land zu verlassen, so er dies wünscht, und ihm für die Zeit, in der er sich in Israel aufhält, seine Rechte auf freie Bewegung, auf Vereinigung mit anderen und auf freie Meinungsäußerung zuzugestehen.
Für Mordechai Vanunu bedeuten die Restriktionen, dass er nicht in die USA umziehen und dort mit seiner angenommenen Familie zusammenleben kann, was seine psychische und physische Gesundheit sehr stark belastet. Da Vanunu seine 18-jährige Haftstrafe in vollem Umfang abgesessen hat, handelt es sich bei diesen Einschränkungen keineswegs um etwaige Bewährungsauflagen. Israelische Behördenvertreter behaupten, dass Mordechai Vanunus Freiheit eingeschränkt werden müsse, um ihn daran zu hindern, weitere Geheimnisse über Israels Nuklearprogramm zu enthüllen. Mordechai Vanunu hat allerdings wiederholt festgestellt, dass er alle ihm bekannten Einzelheiten des israelischen Atomwaffenarsenals schon im Jahr 1986 offenbart hat und über keine weiteren Informationen verfügt. Ferner wiesen er und seine Rechtsanwälte darauf hin, dass die Informationen, die ihm zur Zeit seiner Festnahme vor über 20 Jahren zur Verfügung standen, inzwischen schon lange frei zugänglich und veraltet sind.
Zu Beginn dieses Monats verkündete die in Berlin ansässige Internationale Menschenrechtsliga, dass sie Mordechai Vanunu mit ihrer diesjährigen Carl-von-Ossietzky-Medaille auszeichnen werde. Wenn die gegenwärtigen Restriktionen bestehen bleiben, wird er nicht in der Lage sein, die Medaille bei der für den 12. Dezember 2010 in Berlin geplanten Verleihungszeremonie in Empfang zu nehmen. Am 20. April 2007 wurde Mordechai Vanunu zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er gegen die ihm auferlegten Beschränkungen verstoßen und mit Ausländern gesprochen hatte. Mittels einer Petition wurde diese Haftstrafe auf drei Monate verkürzt. Obwohl Mordechai Vanunu keinerlei glaubhafte Bedrohung für andere darstellt, wurde er am 23. Mai 2010 festgenommen, erneut ins Gefängnis gebracht und in der Sonderabteilung für gefährliche Gefangene der Haftanstalt Avalon unter Einzelhaft gestellt. Im Verlauf dieser Haftzeit betrachtete Amnesty International Mordechai Vanunu als gewaltlosen politischen Gefangenen und forderte folglich seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Nach elf Wochen Einzelhaft wurde er zwar am 8. August 2010 auf freien Fuß gesetzt, die Beschränkungen gegen ihn sind jedoch weiterhin in Kraft.
Im Oktober 2010 wurde Mordechai Vanunu mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet, die am 12. Dezember in Berlin verliehen wird. Die Auszeichnung wird von der Internationalen Liga für Menschenrechte an Individuen und Vereinigungen vergeben, die sich für Menschenrechte engagieren. Aufgrund der ihm auferlegten Reisebeschränkungen ist es Mordechai Vanunu unmöglich, nach Berlin zu reisen um die Medaille entgegen zu nehmen.
Weitere Links: Mordechai Vanunu
VANUNU MORDECHAI J.C
Mordechai Vanunu
Mordechai Vanunu
Internationale Liga für Menschenrechte
8.12.2011 Premiere: Der Fall Vanunu - Ein Theaterstück nach zeitgeschichtlichen Dokumenten
Die Gruppe 1117 aus Göttingen hat den Anstoß zu einem Theaterstück zu der Geschichte von Mordechai Vanunu gegeben, dies wurde von der Theatergruppe Stille Hunde konzipiert und kommt am 8.12.2011 unter dem Titel Der Fall Vanunu zur Auffühung.


DER FALL GILAD SHALIT IST BEENDET.

Hier seine Vorgeschichte:
Gilad Shalit: 1.825 TAGE IN GEFANGENSCHAFT IM GAZASTREIFEN
24. Juni 2011 - Der 25. Juni 2011 markiert den fünften Jahrestag der Gefangennahme des israelischen Soldaten Gilad Shalit. Seine Familie hat seit fast zwei Jahren kein Lebenszeichen ihres Sohnes erhalten. Dennoch geben sie die Hoffnung nicht auf, wenigstens einen Brief von ihn zu erhalten.
Während eines Angriffs bewaffneter palästinensischer Gruppen, darunter auch Teile des bewaffneten Flügels der Hamas, auf eine israelische Militärbasis im Süden Israels am 25. Juni 2006 wurde Gilad Shalit gefangen genommen. Zwei weitere Soldaten wurden bei diesem Überfall getötet und ein dritter verletzt.
Gilad Shalit wird festgehalten, um ihn als Druckmittel in den politischen Verhandlungen der Hamas zu benutzen. Zu den Forderungen der Hamas zählt auch die Freilassung einiger der mehreren Tausend Palästinenser, die von und in Israel in Haft gehalten werden und von denen vielen ebenfalls jeder Besuch durch Familienangehörige verweigert wird.
Fünf Jahre lang wurde dem Soldaten jeder weitergehende Kontakt zur Außenwelt vorenthalten. In der gesamten Zeit seiner Gefangenschaft wurden nur drei seiner Briefe nach Israel überbracht. Das letzte Lebenszeichen des Soldaten kam vor fast zwei Jahren. Im israelischen Fernsehen wurde ein Video ausgestrahlt, dass Gilad Shalit zeigt, wie eine Erklärung vorliest und dabei die Ausgabe einer vom 14. September 2009 datierten Tageszeitung hochhält. Dieses Video wurde von denjenigen, die Shalit gefangen halten, im Austausch gegen die Freilassung von 20 palästinensischen Gefangenen veröffentlicht.
Die Familie Shalit war gezwungen, zahlreiche Gerüchte über den eventuellen Tod oder eine mögliche Verletzung ihres Sohnes zu durchleben. Im Januar 2009, während des 22-tägigen Konfliktes im Gazastreifen, bei dem über 1.400 Palästinenser, größtenteils Zivilisten, und 13 Israelis, darunter ebenfalls drei Zivilisten, getötet wurden, kamen vonseiten einer palästinensischen Gruppe Behauptungen auf, dass Gilad Shalit von einem Granatsplitter getroffen worden sei. Die Tageszeitung Al Hayat zitierte einen der Führer der Hamas, Moussa Abu Marzouk, wie folgt: "Shalit mag verwundet worden sein oder auch nicht. Die Sache interessiert uns nicht mehr. An seinem Wohlbefinden sind wir überhaupt nicht interessiert, und wir stellen keinerlei Sonderbehandlung für ihn ab, weil er nicht mehr wert ist als eine Katze."
Die Familie von Gilad Shalit setzt sich unermüdlich für seine Freilassung ein und kämpft dafür, wenigstens einige wenige Worte ihres Sohnes zu hören, um sichergehen zu können, dass er am Leben ist und dass es ihm gut geht. Im Juli 2009 drückte Noam Shalit, der Vater von Gilad, die Sorge und Verzweiflung der Familie mit folgenden Worten aus: "Ich weiß weder, wo er festgehalten wird, noch wie es ihm ergeht … oder ob er überhaupt noch am Leben ist …".
Die de-fakto Behörden der Hamas in Gaza sagen, dass sie Gilad Shalit nicht freilassen werden, wenn nicht auch einige der Tausenden Palästinenser, die in Israel festgehalten werden, auf freien Fuß kommen. Nach der Gefangennahme von Gilad Shalit im Jahr 2006 startete Israel unter dem Codenamen "Operation Sommerregen" eine ausgedehnte Militäroffensive gegen den Gazastreifen, in deren Verlauf Hunderte Palästinenser getötet wurden, einschließlich Dutzender Kinder und zahlreicher weiterer unbewaffneter Passanten. Gleichzeitig wurden Dutzende palästinensische Beamte verhaftet, um sie als Druckmittel für die Verhandlungen zur Freilassung von Gilad Shalit zu benutzen. Der Gazastreifen wurde abgeriegelt, was zwar zu erheblichen humanitären Leiden für die gesamte dort lebende Bevölkerung - aber nicht zur Verbesserung der Situation von Gilad Shalit - führte.
Beide Seiten des Konfliktes setzen ihre jeweiligen Gefangenen als Druckmittel in Verhandlungen ein. Wie Gilad Shalit dürfen Hunderte palästinensischer Gefangener aus dem Gazastreifen ihre Familien - zum Teil schon seit mehr als einem Jahrzehnt - nicht sehen. Der Juni 2011 stellt auch den fünften Jahrestag der Verschärfung der israelischen Blockade des Gazastreifens dar, die nicht nur die Familien daran hindert, ihre in Israel inhaftierten Verwandten zu besuchen, sondern auch den Personen- und Güterverkehr in den Gazastreifen hinein und von dort hinaus unterbindet.

Amnesty International setzt sich kontinuierlich für die Beendigung der Menschenrechtsverletzungen ein, die tagtäglich an palästinensischen Männern, Frauen und Kindern begangen werden, auch dafür, dass Israel die Blockade des Gazastreifens aufhebt. Zur gleichen Zeit sind wir allerdings fest überzeugt, dass diese Menschenrechtsverstöße niemals als Rechtfertigung dafür benutzt werden dürfen, Gilad Shalit und seiner Familie ihre grundlegenden Menschenrechte zu verwehren. Amnesty International fordert die faktisch regierende Hamas-Verwaltung in Gaza anlässlich des fünften Jahrestags der Gefangennahme des Soldaten Gilad Shalit, dringend auf, ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachzukommen.
Die Organisation fordert, dass Gilad Shalit gut behandelt wird und dass er unter humanen und menschenwürdigen Lebensbedingungen untergebracht ist. Dazu muss es ihm erlaubt sein, mit seiner Familie zu kommunizieren, und zwar auch indem er Briefe an diese verschickt und seinerseits Briefe von ihnen erhält. Außerdem ist dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz unverzüglich der Zugang zu Gilad Shalit zu gewähren. Er darf nicht weiter als Geisel benutzt werden, was dem humanitären Völkerrecht in ganz offenkundiger Weise zuwiderläuft.



Die palästinensischen IaR-Fälle:

Unsere Kogruppe Israel-OT-PA sucht noch AI-Gruppen, die zu dem folgenden Fall (Nabi Saleh) arbeiten möchten. Ansprechpartnerin ist Petra Schöning (s. o.)
Nabi Saleh
(letztes Update vom 21 Januar 2014 - Verletzung der Menschenrechtsverteidigerin Manal Tamimi Update_Nabi_Saleh.pdf)

Nabi Saleh ist ein Dorf mit rund 550 Einwohnern, das 20 Kilometer nordwestlich von Ramallah im Westjordanland liegt. Die meisten Einwohner des Dorfes gehören der Großfamilie Tamimi an. Außerdem leben dort einige wenige Flüchtlingsfamilien, die 1948 nach Nabi Saleh kamen. Zum Dorf gehören rund 284 Hektar Land, darunter auch Ackerflächen. Den größten Teil dieses Landes hat die benachbarte israelische Siedlung Halamish an sich gerissen mit deren Bau 1977 begonnen wurde. Seit 2009 demonstrieren die Dorfbewohner gemeinsam mit anderen palästinensischen, israelischen und internationalen Aktivisten gewaltfrei dagegen. Die israelischen Sicherheitskräfte begegnen den Demonstrationen oft mit exzessiver und unnötiger Gewalt. Dabei kamen seit 2009 zwei Demonstranten ums Leben, hunderte weitere wurden verletzt.
Die Petition kann über diesen Link abgerufen werden: Nabi Saleh.
Weitere Hintergrundberichte dazu gibt es von der israelischen Menschenrechtsgruppe B'tselem. Hier eine Übersetzung dazu von Sabine Isbanner aus der Kogruppe: Nabi_Saleh.pdf
Siehe auch: Women in Palestine are planting seeds of resistence

Update 20.12.2013: Die Proteste in Nabi Saleh
Am 7. Dezember 2013 versammelten sich mindestens 200 Dorfbewohner und andere Aktivisten in Nabi Saleh. Sie wollten den vierten Jahrestag der Kampagne gegen illegale israelische Siedlungen, für das Recht auf freie Meinungsäußerung und für Gerechtigkeit begehen und an den zweiten Jahrestag der Tötung von Mustafa Tamimi erinnern. Mustafa Tamimi war ums Leben gekommen, weil am 9. Dezember 2011 während einer Demonstration eine Tränengaskartusche direkt auf ihn abgefeuert worden war. Siehe hierzu auch das Video Blog (in englischer Sprache) auf der Seite des IS von Amnesty International: A tiny village with a big voice.
Am 7. Dezember fanden in der gesamten Westbank eine Reihe von Veranstaltungen statt, die gegen die Einrichtung illegaler Siedlungen, den Zaun/die Mauer und gegen den ständigen Einsatz exzessiver und unnötiger Gewalt gegen palästinensische Demonstranten protestierten.
Die Proteste begannen um die Mittagszeit, und es nahmen palästinenische, israelische und einige internationale Unterstützer wie die Amnesty-International-Delegierten Saleh Hijaz und Nancy Hawker (Kampagne-Beauftragte des Israel/OPT Teams) daran teil.

Einstellung der Untersuchung zur Tötung von Mustafa Tamimi
Am 5. Dezember verkündete die Einheit der Militärstaatsanwaltschaft (MAG) ihre Entscheidung, die Untersuchung zum Tod von Mustafa Tamimi einzustellen.
Die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem berichtete, dass sie einen Brief der MAG erhalten habe, der sie darüber in Kenntnis setzt, dass der zuständige Militärstaatsanwalt für Operationelle Angelegenheiten diese Entscheidung mit der Behauptung begründet, dass die Kartusche, durch die Mustafagetötet wurde, "in Einklang mit den relevanten Regeln und Bestimmungen" abgefeuert wurde und "keinerlei illegale Handlung mit sich brachte". Die MAG akzeptierte damit die Behauptung des Soldaten, der die Kartusche abfeuerte, dass er Mustafa Tamimi nicht gesehen habe. B'Tselem reichte bei der Einheit für Untersuchungen der Militärpolizei eine Beschwerde ein und verlangte, das gesamte Untersuchungsmaterial zu sichten, so dass "weiter für die Sicherstellung der Gerechtigkeit für die Familie Tamimi gearbeitet werden kann".
Letztes Update – Nabi Saleh – 21 Januar 2014 - Verletzung der Menschenrechtsverteidigerin Manal Tamimi: Update_Nabi_Saleh.pdf


Die Bewohner der kleinen Dörfer Hadidiya und Humsa im Jordantal
Die palästinensischen Einwohner der kleinen Dörfer Hadidiya und Humsa in der West­bankregion Jordantal (Besetzte Palästinensische Gebiete) sind unmittelbar gefährdet, durch die israe­lische Armee aus ihren Häusern zwangsweise vertrie­ben zu werden. Die Bewohner sind Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit unterworfen während sie unter der permanenten Bedrohung leben, dass ihre Häuser zerstört und sie aus dem Gebiet vertrieben werden. Ihnen wird außerdem der Zugang zu Wasser und Land verweigert, das sie für ihr Überleben brauchen.
Am 4. Juni 2009 zerstörte die israelische Armee die Häuser und Koppeln von 18 palästinensischen Familien (mehr als 130 Personen, viele von ihnen Kinder) in Ras al-Ahmar im Jordantal im Westjordanland in besetztem palästinensischen Gebiet. Die israelische Armee konfiszierte den Wassertank, auf den die Anwohner angewiesen sind, sowie den Traktor und einen Anhänger, die benötigt werden, um Wasser zum Dorf zu transportieren. Die DorfbewohnerInnen besitzen nun weder einen Ort, an dem sie Schutz suchen können, noch eine Wasserquelle in einer Jahreszeit, in der sehr hohe Temperaturen herrschen. Siehe: Hadidia and Humsa Hamlets, Israel
Update 11. Januar 2011 s. Israeli military court extends jail term for Palestinian anti-wall activist.
Übersetzung der Kogruppe: Humsa_Hadidiya.pdf. Siehe auch: Brief gegen das Vergessen: Die BewohnerInnen der Dörfer Hadidiya und Humsa
Letztes Update Dezember 2013
Am 3. Dezember 2013 wurde eine Struktur in der Hadidiya-Ansiedlung zerstört. Sie gehörte zu Yusef Bani Odeh. Es scheint, dass sie grundsätzlich einen Tierstall umfasste, obwohl an dem Ort auch ein paar zerstörte Haushaltsgegenstände waren, ungefähr 500 Meter entfernt von dem Hauptlager der Bani Odeh Familie im Tal. Der Ort der Zerstörung ist nun verlassen. Vertreter von Amnesty International besuchten Hadidiya am 8. Dezember.
Wir besuchten auch die Familie von Abd al-Mihde Ghayyadh Salamein, dessen Haus, sanitäre Einrichtungen und Tierställe im Sommer zerstört wurden.
Abd al-Mihde Ghayyadh Salameins Schwiegertochter, Shirin, die vier Kinder hat, beschrieb ihren Alltag: „Ich melke bei Sonnenaufgang, mache den Käse, dann bereite ich das Frühstück, gehe zum Käse zurück, dann wasche ich die Kleidung und reinige die Häuser und die ganze Zeit halte ich Ausschau, ob es eine Zerstörung gibt. Das größte Problem hier sind die Zerstörungen Als sie [die israelische Armee] im Sommer kam, war ich dabei, mit dem Käse anzufangen und ich brauchte mehr Zeit, alles aus dem Weg zu räumen. Da war der Käse, das Essen, die Kinder und wir hatten keine Zeit. Die Nachbarn auf dem Hügel riefen gerade noch auf uns herunter „Passt auf, die Bulldozers und die Jeeps kommen zu euch“. Dann mussten wir alles wieder aufbauen, und die Schafe waren auf dem Land verstreut. Wir mussten sie zurückbringen. Aber Gott sei Dank, hier sind wir und wir haben Arbeit hier.“
Zur Geburt ihres 3jährigen Kindes, das an zerebraler Kinderlähmung leidet: „Die Wehen kamen als ich auf den Hügeln unterwegs war mit den Schaafen [Geste in Richtung Humsa]. Es gab ein Problem und es schien, dass das Baby fest saß. Ich konnte nicht gehen. Das ist der Grund, warum er zu wenig Sauerstoff bekam. Die Männer brachten mich zur Straße und ein Armeejeep kam vorbei. Unsere Nachbarn organisieren einen Militärkrankenwagen. Als der Krankenwagen meine Situation sah, riefen sie einen Hubschrauber, um mich zum Hadassah Krankenhaus in Jerusalem zu bringen. Ich blieb 16 Tage im Hadassah Krankenhaus mit dem Baby. Ghayyadh [Shirins Ehemann] hat später eine Erlaubnis erhalten und konnte uns besuchen. Es gibt keine weitere Behandlung für meinen Sohn seit der Geburt. Er ist in Gottes Hand.“

Kampf ums Überleben nach Wohnhausabriss im Jordantal - von Nancy Hawker, Kampagnebeauftragte des Programms Nahost und Nordafrika bei Amnesty International. 3. Februar 2014: Struggling to survive after a home demolition in the Jordan Valley
Deutsche Übersetzung von Sabine Isbanner, Kogruppe: Kampf_ums_Ueberleben.pdf
Hier ein Video zu den Zerstörungen in Hadidiya: Video Hadidiya


Die Bewohner des Dorfes Jayyus
Im Dorf Jayyus, das in der nördlichen Westbank liegt und 3.200 Einwohner hat, wird immer mehr Bauern der Zugang zu ihren Feldern verwehrt. Durch den Zaun/ die Mauer, die Israel durch die besetzt Westbank baut, sind sie von ihren Feldern abgeschnitten.
Anfang Mai 2009 wurde ein Teil des Zaunes/der Mauer, der im Süden und im Westen an das Dorf grenzt, entfernt zu dem auch das südliche Tor gehörte. Gleichzeitig wurden die Bauarbeiten für die neue Route der Mauer/ des Zaunes abgeschlossen.
Das neue Tor und der Zaun mit Bewegungsmeldern, verschiedenen Schichten von Stacheldraht, eine Patrouillenweg und einen fünf Meter breiten Sandstreifen, der zeigt, ob irgend jemand sich dem Zaun genähert hat, liegen ungefähr 500 Meter nördlich und westlich der vorhergehenden Route. Das Ergebnis der Änderung des Mauerverlaufs in diesem Abschnitt ist, dass ungefähr 250 Hektar Land wieder ohne Erlaubnis zugänglich sind. Für die Bauern, die in diesem Gebiet Land besitzen, löst die Änderung des Mauerverlaufs ihre Zugangsprobleme.
Jedoch sind weitere 311 Familien, d.h. die Hälfte aller Landwirte in Jayyus und mehr als die Hälfte aller Bauern in der Region weiterhin von Zweidrittel der landwirtschaftlichen Flächen (ungefähr 600 Hektar) abgetrennt, die auf der anderen Seite des neuen Zaunes bleiben. Um ihr Land zu erreichen, müssen diese Bauern, ihre Familien und Angestellten eine Erlaubnis bei der israelischen Armee beantragen, die ihnen häufig verweigert wird. Die Erlaubnisse geben ihnen auch nur einen Zugang zu vorgeschriebenen Zeiten.
Bitte beteiligen Sie sich/beteiligt euch zahlreich an der Petition!: Jayyus._Nov.2010.pdf S. auch Mauer.pdf
S. auch Bericht von Ekkehart Drost, der als Mitarbeiter von Pax Christi für das Ökumenische Programm der freiwilligen BegleiterInnen (EAPPI) arbeitet: Bericht_Jayyus_April.pdf


Ahmad Suleyman Musa Qatamesh (im Dezember 2013 freigelassen)
s. auch: Palestinian academic given detention extension must be released sowie
Israel muss gewaltfreien palästinensischen politischen Gefangenen freilassen und willkürliche Inhaftierungen von Hunderten weiteren Palästinensern beenden
: Pressemitteilung_23.04.2013.pdf.
Verbindlich ist das englische Original: Israel release Palestinian prisoner of conscience and end the arbitrary detention of hundreds of other Palestinians

Ahmad Suleyman Musa Qatamesh s. auch: Palestinian writer Ahmad Qatamesh’s administrative detention renewed for fourth time
Der palästinensische Akademiker Ahmad Qatamesh, linksgerichteter Kommentator zu palästinensischen, politischen und kulturellen Themen, befindet sich seit dem 21. April 2011 auf Veranlassung der israelischen Behörden in Haft. Er ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der einzig wegen der friedlichen Äußerung seiner gewaltfreien politischen Meinung festgehalten wird. Allem Anschein nach geschieht dies, um Druck auf andere palästinensische politische Aktivisten auszuüben, die ebenfalls linksdenkend sind. Er sagt, er sei kein Mitglied einer palästinensischen politischen Partei.
Nach seiner Verhaftung im April 2011 bezeichnete seine Frau, Suha Barghouti, die Mitglied des Vorstandes der örtlichen Menschenrechts-NGO Addameer ist, seine Festnahme als „den Versuch seine kritische Stimme zum Schweigen zu bringen“. Ahmad Qatamesh hat sich in Artikeln, Kunstkritiken, Fernsehdebatten und akademischen Vorträgen kritisch sowohl gegenüber dem israelischen Vorgehen als auch gegenüber den Praktiken der Palästinensischen Autonomiebehörde geäußert. Die Position, die er vertritt, ist unabhängig von jedweder parteipolitischen Linie. Er tritt für die allmähliche Bildung eines einzelnen demokratischen Staates auf dem Gebiet des heutigen Israel und der besetzten palästinensischen Gebiete ein, welche er als unausweichliche Entwicklung betrachtet, die nicht durch einen gewalttätigen Konflikt erreicht werden kann. Seine Analyse basiert auf seiner marxistischen Auffassung von Geschichte und Gesellschaft, und es ist sein Ziel, breite Unterstützung zur Bildung einer „humanistischen Bruderschaft“ von Palästinensern und Israelis zu gewinnen, in der jede Person und Familie die gleichen Rechte und materiellen Mittel erhält. Er hat palästinensische Militäraktionen kritisiert, weil durch diese israelische Zivilisten getötet und verletzt wurden. Israelische Militäroperationen und diskriminierende Methoden hat er ebenso kritisiert. Diese Ansichten werden von verschiedenen palästinensischen und israelischen intellektuellen und politischen Strömungen innerhalb Israels, innerhalb der besetzten palästinensischen Gebiete und im Ausland geteilt und waren das Thema mehrerer politischer Konferenzen in den letzten Jahren.
Hier eine Petition zum Unterschreiben und Absenden: Petition_Qatamesh.pdf.
Update 24.4.2013: Ahmad Qatameshs Verwaltungshaft wurde heute (24.04.2013) für weitere vier Monate verlängert. Sie tritt am 29. April in Kraft, da die aktuelle Administrativhaftanordnung am 28. April 2013 ausläuft.
Am 21. April waren es genau zwei Jahre, dass er ohne Anklage inhaftiert war. Gestern haben wir eine öffentliche Erklärung herausgebracht, die seine sofortige und bedingungslose Freilassung fordert und verschiedene neue Infos wie folgt beinhaltete: Die Berufung gegen seine aktuelle Verwaltungshaftanordnung wurde vom Militärgericht abgewiesen auf der Grundlage von geheimen Beweisen nach denen er als Sicherheitsbedrohung betrachtet wird. Sein Rechtsanwalt hat gegen diese Entscheidung des Obersten Gerichts am 4. April Berufung eingelegt. Diese wurde ebenfalls abgewiesen ohne Nennung von Gründen.
Ahmed Qatameshs Tochter besuchte ihn am 22. April – ihre Reise zum Ramon Gefängnis im Süden Israels dauerte insgesamt 13 Stunden. Nur 45 Minuten durfte sie mit ihrem Vater verbringen. Sie sagte, dass es ihm gesundheitlich ein weniger besser gehe, es ihm aber immer noch nicht erlaubt sei, einen unabhängigen Arzt wegen seiner Übelkeit und seinen Schwindelanfällen, unter denen er leidet, zu sehen.
Wir wissen dass dies kurzfristig ist. Dennoch: Wir möchten Euch dringend bitten, die Kampagnenarbeit zu seinem Fall von heute bis zum 29. April zu verstärken. Versucht bitte, den Fall so viel wie möglich in der Öffentlichkeit bekannt zu machen!
Verbindlich ist das englische Original: Ahmad Qatamesh’s administrative detention was renewed today for a further four months, effective from 29 April since his current order expires on 28 April.
On 21 April he had spent exactly two years detained without charge. Yesterday we issued a public statement calling for his immediate and unconditional release and including various updates as follows: his appeal against his current order was dismissed by the military court on grounds of secret evidence under which he is deemed a security threat; his lawyer appealed this decision to the High Court of Justice on 4 April – this was also dismissed with no reason being provided.
Ahmed Qatamesh’s daughter visited him on 22 April – her journey to Ramon prison in southern Israel took 13 hours all round; only 45 minutes were spent with her father. She said that his health was a bit better but he has still not been allowed to see an independent doctor for the nausea and dizziness he is suffering.
We know this is very short notice but we are urging sections and structures to step-up campaigning on his case and between now and 29 April and try to publicize the case as much as possible.

Ahmed Qatamesh wurde im Dezember 2013 freigelassen, wir hoffen, dass dies nun endgültig ist.


Salah ‘Arouri
ist 43 Jahre alt und Palästinenser aus der besetzten Westbank. Er wurde am 22. Juni 2007 festgenom­men und befand sich seitdem in Administrativhaft in Israel. Seiner Familie wurde verboten, ihn zu besuchen. Seine Ehe­frau, die er erst im März 2007 geheiratet hatte, durfte ihn am 8. Dezember 2008 das erste und einzige Mal seit der Trennung für 45 Minuten sehen. Salah 'Arouri hat 16 Jahre in Israel im Gefängnis gesessen. Man sagt ihm nach, einer der Gründer des bewaffneten Flügels der Hamas (Islamische Widerstands­bewegung] zu sein. Den größten Teil dieser Zeit war er ohne Anklage oder gerichtliches Verfahren unter Administrativhaft gestellt. Im Jahr 2007 wurde er entlassen, nach nur 98 Tagen jedoch erneut verhaftet.
Am 17. Dezember 2009 erließ das israelische Militär eine neue dreimonatige Administrativhaftanordnung für Salah Al-Arouri. Sie wird am 17. März 2010 auslaufen. Seine Ehefrau erzählte AI. „Es ist schwierig, allein zu sein, daher arbeite ich lange Stunden in der Schule, um nicht an die Situation zu denken, in der wir sind. Ich habe Salah seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen, aber wir telefonieren manchmal miteinander. Heute hat er mir gesagt: ‚Gott wird uns stärker machen’. Ich denke an, ich muss an der Hoffnung festhalten, bis dies vorbei ist.“
Am 16, März 2010 bestimmte der israelische Oberste Gerichtshof, dass Salah al-'Arouri nicht länger in Administrativhaft festgehalten werde, und akzeptierte dafür den Vorschlag der israelischen Behörden, ihn aus den Besetzten Gebieten auszuweisen. Salah al-'Arouri ist jetzt zu Hause im Dorf 'Aroura bei Ramallah in der Westbank und bereitet sich auf seine Ausweisung vor. Der israelische allgemeine Sicherheitsdienst teilte Salah al-'Arouri am 23. März 2010 mit, dass er erneut festgenommen werde, sollte er das Land nicht bis zum 28. März 2010 verlassen.
Salah al-'Arouri berichtete AI am 24. März: „Ich habe 18 Jahre im Gefängnis verbracht, die meiste Zeit in Administrativhaft – die Behörden hatten keinen Anklagepunkt gegen mich und beabsichtigen nicht, mich vor Gericht zu stellen. Auf welcher Basis werde ich gezwungen, ins Exil zu gehen? Ich möchte in meinem Land leben, aber da ich vor die schwierige Wahl gestellt werde, ins Gefängnis zurückzugehen oder mit meiner Frau ins Exil zu gehen, bin ich allen unseren Wünschen zum Trotz gezwungen, Letzteres zu wählen. Ich werde versuchen zu tun, was möglich ist; ich strebe eine akademische Bildung an. Ich erkenne alles an, was Amnesty International für mich getan hat, und ich bitte euch dringend, eure Arbeit fortzusetzen.“
Salah al-'Arouri ist nun seit dem 30. März 2010 in Damaskus (Syrien). Seine Frau war zuerst nicht in der Lage, mit ihm das Land zu verlassen, weil sie nicht die notwendigen Dokumente hatte. Seit dem 26. April ist sie wieder mit ihm zusammen. Sie hat ein Transitvisum durch Jordanien erhalten und kam in Syrien am späten Nachmittag an. Als sie am 11. Mai mit AI über ihr neues Leben sprachen, sagte das Paar, dass es besser sei als das Gefängnis, aber dass sie das Land vermissten. Hana Al Arouri sagte: „Es war herzzerreißend meine Familie zu verlassen, meine Freunde, Kollegen und Schüler. Ich vermisse sie. Die Reise war anstrengend, durch drei Länder über Land zu reisen. Salah al-Arouri: „Die Israelis gaben mir die Wahl zwischen diesem und Gefängnis, was konnte ich machen? Ich wünschte, ich könnte zurückkehren, aber im Recht. Vielen Dank für Eure Anstrengungen diesbezüglich.“ Sie leben zurzeit in einer gemieteten Wohnung und planen sich fortzubilden bis Salah Arouri die Erlaubnis erhält, nach drei Jahren in die besetzten palästinensischen Gebiete zurückzukehren. Seine Mutter will sie im Sommer 2010 besuchen kommen. In Aroura im Westjordanland, erzählte Narmin, Hanas Kollegin an der Schule, in der sie unterrichtete, zu AI: „Es war unglaublich traurig, Hana gehen zu sehen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie weg ist. Sie wird sehr geliebt hier, und ihre Schüler und Kollegen vermissen sie. Sie und Salah haben eine große Lücke hinterlassen. Die Hoffnung, dass sie zurückkehren werden, macht uns geduldig.“
AI hat nun die Zustimmung vom Ehepaar, öffentlich aktiv zu werden, das erzwungene Exil von Salah al Arouri zu verurteilen und zu fordern, dass ihm erlaubt wird, in die besetzten palästinensischen Gebiete zurückzukehren, wenn er das wünscht. Wenn er verhaftet wird, sollte er eines anerkannten kriminellen Vergehens angeklagt werden und umgehend in einem fairen Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt oder freigelassen werden.


Samar Barghouti (vorläufig beendet)
ist 29 Jahre alt, Palästinenserin und lebt in der israelisch besetzten Westbank. Seit ihr Ehemann ‘Omar Barghouti, 35 Jahre, im Dezember 2003 verhaftet wurde, durfte sie ihn bis vor kurzem nicht im Gefängnis besuchen. ‘Omar Barghouti wird in der Haftanstalt Nafha im Süden Israels festgehalten. Die israelischen Behörden weigerten sich, Samar Barghouti die Genehmigung auszustellen, die sie zur Einreise nach Israel für einen Besuch bei ihrem Mann benötigte.
Omar Barghouti
wurde wegen der Teilnahme an Angriffen auf Israelis festgenommen und dann vor Ge­richt gestellt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von neun Mal lebenslänglich. Die israelischen Behörden halten ihn innerhalb Israels fest, obwohl dies gegen das internatio­nale humani­täre Völkerrecht verstößt, anhand dessen der Staat Israel in seiner Eigenschaft als Be­satzungsmacht verpflichtet ist, palästinensische Strafgefangene in den besetzten palästi­nensischen Gebieten unterzubringen.
Zu dem Zeitpunkt, als ‘Omar Barghouti verhaftet wurde, waren er und seine Frau gerade erst seit drei Monaten verheiratet. Sie haben einen kleinen Sohn, der erst nach der Festnahme seines Vaters auf die Welt gekommen ist. In Begleitung seiner Großeltern konnte der Junge seinen Vater einige Male sehen. Auch andere Mitglieder der Familie ‘Omar Barghoutis einschließlich seiner Eltern und Geschwister durften ihn schon im Gefängnis besuchen, nicht jedoch seine Frau Samar.
Im November 2009 konnte Samar Barghouti immer noch nicht ihren Ehemann Omar Barghouti im Gefängnis besuchen. Sie hatte ihn seit fast sechs Jahren nicht mehr gesehen. Telefongespräche waren ebenfalls verboten. Die einzige Kommunikation lief über die Post. Ihr Sohn, fünfeinhalb Jahre alt, durfte seinen Vater das letzte Mal im Oktober 2009 mit seiner Großmutter väterlicherseits sehen. Während der Besuche waren sie von den Gefangenen durch eine Scheibe getrennt. Nur einmal wurde dem Kind erlaubt, diese Trennung zu überschreiten und seinen Vater zu umarmen. Samar Barghouti studiert auf einen Masterabschluss in Verwaltung für Bildungseinrichtungen.
Samar Barghouti erzählte Amnesty am 12. August, dass ihr endlich die Erlaubnis erteilt wurde, ihren Mann am 11. Mai 2010 zu besuchen. Nachdem sie einen Antrag über das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) gestellt hatte, das diesen an die Behörden weiterleitete, besuchte Samar ihren Mann das erste Mal in 6 1/2 Jahren. Ihr Sohn Obeida, inzwischen sechs Jahre alt, begleitete sie, obschon ihm reguläre Besuche bei seinem Vater erlaubt waren, seit er ein Baby war und mit seinem Großvater ins Gefängnis gefahren war.\\ Während des Besuchs, der 45 Minuten dauerte, gab es – wie üblich – eine Glaswand zwischen ihnen, obwohl Omar erlaubt wurde, seinen Sohn am Schluss des Besuchs ganz kurz zu umarmen. Samar erzählte uns, dass der körperliche Kontakt zwischen Obeida und seinem Vater jetzt, wo er älter als fünf Jahre ist, sogar mehr eingeschränkt wird.
Am 19. August konnte Samar ihn erneut besuchen. Sie hat keine Ahnung, wieso ihr jetzt die Einreisegenehmigung nach Israel erteilt wurde, um ihren Mann zu besuchen, während sie es jahrelang nicht durfte. Frühere Anträge wurden von den israelischen Behörden abgelehnt mit der Begründung, dass Samar eine Sicherheitsbedrohung sei, obwohl ihr oder ihrem Anwalt nie ein Beleg dafür zugänglich gemacht wurde. Sie weiß nicht, ob diese Bezichtigungen nun fallen gelassen wurden oder nicht, aber sie hofft, ihren Mann von jetzt an regelmäßig sehen zu können. Samar sagte uns, dass sie sehr glücklich sei, die Erlaubnis zu haben, ihren Mann wieder zu besuchen, ihr letzter Besuch brachte ihr Schmerz und Leid, verstärkt durch die physische Barriere zwischen ihnen. Sie sagte, nachdem sie ihn gesehen hatte: „Ich wünsche mir die Besuchserlaubnis öfter, und ich möchte ihn ohne Trennwände und länger sehen, wenigstens eine Stunde, versucht, mir zu helfen . . .“. Es ist unwahrscheinlich, dass sie ihn öfter als einmal alle zwei bis drei Monate besuchen kann.
Samar war auch sehr glücklich zu erzählen, dass ihr und Omar jetzt erlaubt ist, Briefe auszutauschen, und sie bekommt ungefähr einmal monatlich einen Brief von ihm. Sie hat allerdings noch nicht die Erlaubnis, ihn telefonisch zu sprechen, aber sie erhält regelmäßig Nachrichten von anderen Familien, die ihre Verwandten im Gefängnis besuchen, und angeblich geht es ihm einigermaßen gut. Danke allen, die für Samars Sache gekämpft haben, was wahrscheinlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hat.
Bitte schickt keine weiteren Appelle mit der Bitte, ihr eine Besuchserlaubnis zu erteilen, da vorläufig das angestrebte Ziel, dass Samar ihren Mann regelmäßig besuchen kann, erreicht wurde.


Saed Bassam Fathallah Yassin (inzwischen freigelassen.
Der 37-jährige palästinensische Menschenrechtler Saed Bassam Fathallah Yassin aus Nablus im Westjordanland war vom 15. Oktober 2006 bis 22. Oktober 2009 ohne Anklage, ohne ein ge­richtliches Verfahren und ohne auch nur die Absicht, ihn vor Gericht zu stellen, in israelischer Administrativhaft. Er war Direktor der Zweigstelle von Ansar al-Sajeen (Vereinigung der Freunde der Gefangenen) des nördlichen Westjordanlandes und war zuvor zu 8 Monaten Haft wegen „illegaler Handhabung von Finanzmitteln“ verurteilt worden.
Am 19. November wurde er dann von den Sicherheitskräften der palä­stinensischen Autonomiebehörde inhaftiert und in das Jneid Gefängnis in Nablus gebracht. Am 26. November 2009 wurde er zunächst an­lässlich des muslimischen Opferfestes aus dem Gefängnis entlassen und dann wieder am 1. Dezember 2009 von den palästinensischen Sicherheitskräften inhaftiert.
Saed Yassin leidet unter akuten Magenschmerzen und erhält nicht die besondere medizinische Betreuung, die er braucht. Während seiner Inhaftierung in Israel entstanden seine Magenprobleme. Seit seiner Verhaftung durch die Palästinensische Behörde wird sein Zustand schlimmer. Am 14. Dezember bekam er gewöhnliche Schmerztabletten, hatte aber keinen Termin bei einem Spezialisten. Seine Frau, die ihn kurz sehen durfte, sagte, dass er sehr krank aussehe.
Zwischenzeitlich wurde Saed Yassin am Sonntag, den 28. Februar 2010 aus der Haft der Palästinensischen Behörde frei gelassen.
Er nahm an diesem Tag an seiner Verhandlung vor einem Militärgericht teil. Sein Anwalt protestierte, dass das Gericht keine Zuständigkeit über einen zivilen Fall hätte und dass der Fall abgewiesen und der Gefangene freigelassen werden sollte wie der Palästinensische Oberste Gerichtshof entschieden hatte. Der Richter wies diesen Einspruch ab und fuhr mit dem Verfahren fort. Der Richter befand Saed Yassin in allen Anklagepunkten für unschuldig, d.h. 1.) der Unterstützung von Milizen und 2.) der Gegnerschaft gegenüber der Politik der Palästinensischen Behörde.
Saed Yassin erklärte Amnesty International gegenüber am 1. März 2010:
„Meine Priorität ist, mich vollständig ärztlich untersuchen zu lassen. Ich werde den Arzt morgen sehen und hoffentlich wird die Diagnose gut sein. Ich habe das Leben vermisst, meine Kinder und meine Ehefrau, die sich solche Sorgen gemacht hat, und vermisst ein ganz normales Leben zu leben. Meine Kinder haben so viel gelitten. Wenn sie mich besuchten, waren sie so verängstigt, dass sie nicht sprechen konnten, noch nicht einmal ein Wort. Nun will ich mehr Zeit mit ihnen verbringen und versuchen, ihnen zu helfen, damit sie ihre Angst überwinden, will sie glücklich machen und sie abschirmen von diesem Trauma. Ich möchte den Mitgliedern und Angestellten von Amnesty International danken, die so viel für mich und meine Familie getan haben. Ihr seid eine großherzige Organisation, die keinen verschwundenen Gefangenen vergisst. Ich hatte Glück, dass ich nach Hause gehen konnte, aber andere wurden in unfairen Gerichtsverfahren verurteilt und für viel längere Zeiträume inhaftiert.“
Saed Yassins Feilassung war leider nicht von Dauer. Er wurde am 3. April 2010 durch Mitarbeiter des Präventiven Sicherheitsdienstes der Palästinensischen Behörde (Palestinian Authority (PA)) erneut inhaftiert und im Jneid Gefängnis festgehalten. Es gab keine bekannten Anklagepunkte gegen ihn. Amnesty International befürchtet, dass die Inhaftierungen durch die PA in Verbindung standen mit seiner vorhergehenden Arbeit als Menschenrechtsverteidiger für eine Gefangenenhilfsorganisation. Daher betrachtet sie ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen und fordert seine unverzügliche und bedingungslose Freilassung.
Am 26. Mai 2010 wurde Saed Yassin zum Hauptquartier des Allgemeinen Sicherheitsdienstes der Palästinensischen Behörde in Nablus bestellt, „um ein paar Fragen zu beantworten“. Er wurde dann bis zum 30. Mai 2010 für Verhöre in Haft gehalten. Dann wurde er ohne Anklage freigelassen und seine Identitätskarte wurde ihm zurück gegeben.
Seine Gesundheit verschlechterte sich ernsthaft während er in Haft war bis zu dem Punkt, dass der wegen der Magenschmerzen nicht mehr stehen konnte. Seine Ehefrau brachte ihm Medizin. Es wurde bei ihm eine Infektion festgestellt, verursacht durch Bacteria Helicobacter pylori. Am 10. Juni hat einer eine neue medizinische Behandlung dagegen begonnen.
Er bewirbt sich zurzeit für einen Masterstudiengang in Demokratie und Menschenrechte an der palästinensischen Universität Bir Zeit. Bis sein Studium anfängt, plant er ehrenamtlich an der Nabluser Universität zu arbeiten.
Am 10. Juni erzählte er AI: „Bitte grüßt und dankt Euren Kollegen und den Unterstützern. Ich werde in Kontakt bleiben, aber hoffentlich sind meine Probleme nun vorbei.“

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