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19.09.2018

Innerhalb von 24 Stunden sechs Palästinenser getötet, manche wohl bei Kriegsverbrechen

Wie Amnesty International heute erklärte, ist der Tod von sechs Palästinensern innerhalb von nur 24 Stunden eine erschreckenden Demonstration der unnötigen und übermäßigen Gewalt, die israelische Truppen gegen palästinensische Zivilisten in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) zum Einsatz bringen.

Zwischen 22:OO Uhr abends am Montag, dem 17. September, und 20:00 Uhr abends am Dienstag, dem 18. September, töteten israelische Truppen unter Verwendung von scharfer Munition vier Männer im Gazastreifen. Im gleichen Zeitraum kamen zwei weitere Palästinenser durch die Aktivitäten israelischer Truppen in der Westbank ums Leben. Ein Palästinenser starb, nachdem er im Rahmen seiner Verhaftung geschlagen worden war, und ein weiterer wurde auf einer belebten Straße in Ostjerusalem erschossen.

„Die erschreckende Tatsache, dass innerhalb von nur 24 Stunden fünf Palästinenser von israelischen Truppen getötet wurden und ein weiterer Palästinenser in ihrem Gewahrsam verstarb, ist ein ernüchterndes Beispiel für die völlige Geringschätzung gegenüber dem Recht auf Leben. Mehrere dieser Vorfälle gingen offenbar mit der vorsätzlichen und bewussten Tötung von unbewaffneten Zivilpersonen einher und könnten damit auf eine Kriegsverbrechen hinauslaufen“, sagte Saleh Higazi, der stellvertretender Leiter der Abteilung Nahost und Nordafrika bei Amnesty International.
„Allein die Tatsache, dass solche Verbrechen nur selten, wenn überhaupt, bestraft werden, macht es möglich, dass unrechtmäßige Tötungen und andere Verstöße gegen das Recht auf Leben in schamloser Missachtung der internationalen rechtlichen Vorgaben immer weiter begangen werden. Diese Vorfälle sind in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) keineswegs neu, und sie werden sich wahrscheinlich so lange fortsetzen, bis dieser Kreislauf aus rechtswidriger Gewalt und Straflosigkeit durchbrochen ist.“
Am Montag, dem 17. September 2018, wurden im südlichen Gazastreifen zwei Palästinenser gezielt durch einen israelischen Luftangriff getötet. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens identifizierte sie als Naji Jamil Abu Assi, 18 Jahre alt, und Alaa Ziyad Abu Assi, 21. Das israelische Militär behauptet, die Männer gezielt getötet zu haben, weil sie sich in die Richtung des Grenzzauns zwischen dem Gazastreifen und Israel bewegt und in der Nähe ein "verdächtiges Objekt" platziert hätten.
Die von Amnesty International gesammelten Informationen belegen allerdings, dass die beiden Männer nicht bewaffnet waren. Auch gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sie eine direkte Bedrohung dargestellt hätten, die den Einsatz tödlicher Gewalt wegen ihrer Anwesenheit dort gerechtfertigt hätte. Weshalb sie sich an der Stelle in der Nähe des Grenzzauns befanden, ist bislang nicht geklärt.

Vollständiger Artikel: Pressemittlg. 19.09.2018.pdf. Übersetzung Sabine Isbanner, Kogruppe.
Verbindlich ist das englische Original: Six Palestinians killed within 24 hours, some deaths may involve war crimes