Amnesty International Kogruppe Israel-OT-PA

Impressum | Login

Kogruppe Israel-OT-PA

StartseiteIsraelische Behörden müssen jugendliche palästinensische Aktivistin Ahed Tamimi freilassen

Was ist auf dem Bild zu sehen?

12.02.2018

Israelische Behörden müssen jugendliche palästinensische Aktivistin Ahed Tamimi freilassen

Wie Amnesty International heute erklärte, müssen die israelischen Behörden die jugendliche Aktivistin Ahed Tamimi unverzüglich freilassen. Die fortgeführte Inhaftierung der jungen Frau ist lediglich ein verzweifelter Versuch, palästinensische Kinder und Jugendliche einzuschüchtern, die sich trauen, den Repressionen durch Besatzungstruppen etwas entgegenzusetzen.

Das Gerichtsverfahren gegen Ahed Tamimi soll morgen vor dem Jugendmilitärgerichtshof von Ofer in der besetzten Westbank beginnen. Nachdem ein Video in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, das zeigt, wie Ahed Tamimi am 15. Dezember 2017 in ihrem Heimatdorf Nabi Saleh zwei israelische Soldaten schubst, tritt und ohrfeigt, werden ihr zwölf Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter schwere Körperverletzung.

„Durch ihre Weigerung, Ahed Tamimi nach ihrer Festnahme am 19. Dezember 2017 wieder auf freien Fuß zu setzen, haben die israelischen Behörden ihren internationalen rechtlichen Verpflichtungen zum Schutz von Kindern gegenüber nichts als Geringschätzung gezeigt“, sagte Magdalena Mughrabi, stellvertretende Leiterin der Abteilung Nahost und Nordafrika bei Amnesty International. „Schon weil sie unbewaffnet war, stellte Ahed Tamimi bei der Auseinandersetzung mit den beiden schwerbewaffneten israelischen Soldaten, die Schutzkleidung trugen, keine Bedrohung dar. Keine ihrer Handlungen kann ihre fortgeführte Inhaftierung und die langwierigen und aggressiv geführten Verhörsitzungen rechtfertigen, die sie während der ersten zwei Wochen ihrer Haft ertragen musste.“

„Und wieder reagieren Israels Behörden auf die Trotzreaktionen einer palästinensischen Minderjährigen mit Maßnahmen, die gemessen an dem fraglichen Vorfall vollkommen unverhältnismäßig sind“, sagte Magdalena Mughrabi. Nach der Konvention über die Rechte des Kindes, der Israel als Vertragsstaat angehört, darf eine Festnahme, Inhaftierung oder Haftstrafe bei Minderjährigen nur als allerletztes Mittel und über einen kürzest möglichen Zeitraum angewendet werden.
Ahed Tamimi, die ihren 17. Geburtstag im Gefängnis verbrachte, könnte sich mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren konfrontiert sehen, wenn sie verurteilt werden sollte. Es ist zu erwarten, dass sich ihr Prozess über mehrere Monate hinziehen wird.

Hintergrund
Die israelische Armee klagt jedes Jahr hunderte palästinensische Minderjährige vor Jugendmilitärgerichten an, oft, nachdem zuvor sie bei nächtlichen Razzien festgenommen und Misshandlungen wie dem Verbinden der Augen, Drohungen, Einzelhaft und Befragungen ohne die Anwesenheit ihre Anwälte oder Familienangehörigen unterzogen wurden.
Nach Angaben lokaler Menschenrechtsorganisationen befinden sich gegenwärtig rund 350 palästinensische Minderjährige in israelischen Gefängnissen und Haftzentren innerhalb Israels.

Für weitere Information oder zur Vereinbarung eines Interviews kontaktieren Sie bitte:
Yasamin Alttahir, Leiterin der Abteilung Nahost und Nordafrika
Tel: + 44 (0) 20 7413 5511\\ 

Mobil: +44 (0) 7831640170
Email: yasamin.alttahir@amnesty.org

Übersetzung Sabine Isbanner, Kogruppe. Verbindlich ist das englische Original: Israeli authorities must release teenage Palestinian activist Ahed Tamimi