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31.10.2017

Israel verweigert Amnesty-International-Mitarbeiter die Einreise

Wie Amnesty International heute erklärte, ist die Entscheidung Israels, einem Mitarbeiter von Amnesty International USA offenbar in Vergeltung für die Menschenrechtsarbeit der Organisation die Einreise in die besetzte Westbank zu verweigern, ein gefährlicher Hinweis auf die wachsende Intoleranz der israelischen Behörden gegenüber kritischen Stimmen.

Raed Jarrar, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Support für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International USA, wurde gestern am Grenzübergang Allenby/King Hussein zwischen Jordanien und der israelisch besetzten Westbank gestoppt, als er sich auf einer privaten Reise zu seiner Familie in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT / Occupied Palestinian Territories) befand, weil sein Vater vor kurzem verstorben war. Bevor man ihm die Einreise verweigerte und ihn nach Jordanien zurückschickte, wurde er von israelischen Beamten über den Grund seines Besuchs, über seine Familie in den OPT, über seine Arbeit bei Amnesty International und insbesondere über die Verurteilung der israelischen Siedlungen in der Westbank und die diesbezügliche Arbeit der Organisation befragt. Amnesty International wird die israelischen Behörden um eine offizielle Stellungnahme zu den Gründen für die Verweigerung der Einreise von Raed Jarrar ersuchen.
„Die Tatsache, dass Raed Jarrar die Einreise verboten wurde, nachdem man ihn zu seiner Arbeit bei Amnesty International befragte hatte, scheint darauf hinzudeuten, dass man diesen Schritt in Vergeltung für die Arbeit der Organisation zu Menschenrechtsverletzungen in den OPT unternommen hat“, sagte Philip Luther, Leiter der Abteilung Recherche und Support für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International. „Dies mutet wie ein weiteres unheilvolles Signal für die Entschlossenheit der israelischen Behörden an, all jene Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten zum Schweigen zu bringen, die der israelischen Regierung kritisch gegenüber stehen, und widerspricht den wiederholten Behauptungen der Regierung, dass Israel ein toleranter Staat sei, der die Menschenrechte respektiere“.
Raed Jarrar war gemeinsam mit Alli McCracken, einer Nordamerika-Aktivistin bei Amnesty International, unterwegs gewesen. Auch sie wurde zu ihren früheren Besuchen im Westjordanland befragt. Ihr wurde die Einreise zwar nicht verweigert, Alli McCracken entschloss sich aber, ohne Raed Jarrar auch nicht einzureisen.

Vollständiger Artikel: Pressemittlg. 31.10.2017.pdf. Übersetzung Sabine Isbanner, Kogruppe.
Verbindlich ist das englische Original: Israel denies entry to Amnesty International staff member